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Kirche Dranse

Kirche Dranse

Foto: Heike Lüdke (2010)

Zur Geschichte unserer Dranser Kirche
Geschrieben von Ursula Lüdemann, Dranse

Nachdem unsere alte Kirche, die wahrscheinlich bei der Gründung der Parochie etwa 1233 erbaut war, den Ansprüchen nicht mehr genügte, da laufend Reparaturen nötig wurden und außerdem der Turm beim Läuten gefährlich schwankte und bebte, entschloß sich die Kirchengemeinde unter Pfarrer Gustav Böckler zu einem Neubau. Man beauftragte den damaligen Kreisbaumeister Wedeke in Kyritz, einen Entwurf und einen Kostenvoranschlag für eine neue Kirche in Dranse anzufertigen. Dieser Entwurf ging durch mehrere Instanzen der Regierung und Ministerien, bis er zuletzt König Friedrich Wilhelm IV. vorgelegt und von Ihm, Seiner Majestät, genehmigt wurde.

Der Baubeginn erfolgte im Jahre 1861. Die schwere Anfuhr der Materialien wurde allein von der Gemeinde getragen. Am 4. April begann man mit dem Abbruch der alten Fachwerkkirche, die in ihren Riegeln und Stielen aus vollem starkem Eichenholz bestand. Es war eine gefährliche Arbeit, die 14 Tage dauerte.

Die Grundsteinlegung für den neuromanischen Backsteinbau mit Apsis und Westturm fand am 30. Juni 1861 statt. Der Bau wurde geleitet von Bauinspektor v. Rosainski, von Bauführer Kühnert, von Maurermeister Sander, dem Zimmermeister Lüdecke und dem Maurerpolier Lindow. Am 1. Oktober 1862 konnte die große Kirchenvisitation bereits wieder in Dranse in der neuen Kirche abgehalten werden. 1863 verließ Pfarrer Gustav Theodor Böckler nach 20 jähriger Tätigkeit unseren Pfarrsprengel.

Erwähnenswert ist, dass am 1. Mai 1892 eine Lütkemüller-Orgel in der Kirche geweiht wurde, und am Heiligabend 1930 zum 1. Mal die elektrische Lichtanlage im Innenraum brannte.

Dranse um (1900)

Leider war unsere schöne neue Kirche nicht gegen Wetterunwillen gefeit. Mehrmals schlugen Blitze in den Turm ein, die das Gebäude mehr oder weniger beschädigten. Schon 1884 und 1888 mussten größere Reparaturen und Malerarbeiten im gesamten Innenraum ausgeführt werden, da sich Feuchtigkeit an den Wänden breit machte, weil das Schieferdach und die Fenster undicht waren. Der größte Schaden entstand beim Einzug der russischen Truppen am 2. Mai 1945, und ein Jahr später, als heftige Schneestürme wüteten.

1956 wurde der Turm und das Dach der Kirche vom Dachdeckermeister Hans Brigzinsky in Ordnung gebracht. Da die Halterung der Kreuzes durchgerostet war, musste Schmiedemeister Walter Lüdemann das Kreuz verkürzen und eine neue Halterung anbringen. Klempner Georg Krewel verlötete die Kugel, nachdem Herr Brigzinsky ein Schriftstück und eine Tageszeitung eingegeben hatte.

In den späteren Jahren nach 1960 ließ das Interesse an der Kirche bei vielen Einwohnern der Gemeinde Dranse nach. Die schönen bleiverglasten Fenster waren zum Teil eingeworfen worden, Tauben flogen ein und aus, verursachten Schmutz und Nässe.

Erst nach der Wiedervereinigung 1990 zeichnete sich eine Wende für die Kirche ab. Als Herr Günter Saschek, gebürtig in Walkmühle, damals wohnhaft in der Nähe der Stadt Hof, 25 000 DM sponserte und damit sämtliche Kirchenfenster in Ordnung bringen ließ. Schon sah das ganze Gebäude freundlicher aus, und im Innenraum verzog sich die Feuchtigkeit. Nach dem Tode des Herrn Saschek im Jahre 1996 flossen der Kirchengemeinde aus seinem Vermächtnis noch einmal ein Betrag von 10 000 DM zu. Die Summe von 16 000 DM für das elektrische Läutewerk spendete Familie Christoph aus Hannover, (Frau Gisela Christoph, geb. Saschek) und 20 000 DM sponserte ein ehemaliger Dranser Bürger Hans-Jürgen Böttger aus Göttingen für die Instandsetzung der Dranser Kirche.

Dachdeckerarbeiten an Kirche (2002)

Foto: Ursula Lüdemann


Mit dieser Instandsetzung konnte im Jahr 2000 endlich begonnen werden. Unsere unter Leitung von Bürgermeister Rossow fasste den Beschluss, 50 000 DM für die dringenden Reparaturen am Kirchturm dazu zu geben.

Wir danken allen Sponsoren und ganz besonders der Gemeindevertretung Dranse für ihre große Unterstützung bei den Reparaturarbeiten an der Dranser Kirche. Ein Dank geht auch an Norbert Karsten aus Schweinrich, der 2 Kartuschen aus Kupferrohr anfertigte, damit alle Dokumente einen sicheren Platz finden.

Dranser Kirche (2010)
Fotos: Klaus Falk